Donnerstag, 26. April 2018

Nationales Hosting elektronischer Ressourcen

Das von der DFG geförderte Projekt „NatHosting II“ stellt im Rahmen einer bundesweit abgestimmten Lösung den dauerhaften und störungsfreien Zugriff auf lizenzierte, digitale Publikationen unabhängig von Verlagsplattformen sicher. Die erworbenen elektronischen Ressourcen aller teilnehmenden Bibliotheken sollen nach dem Ende einer Subskription ebenso abrufbar bleiben wie bei temporären Ausfällen von Verlagsservern oder dem kompletten Ausscheiden eines Verlags aus dem Markt. Über einen doppelten Boden („Hosting“) springt „NatHosting“ in diesen Fällen für die Verlagsplattform ein und ermöglicht den störungsfreien Zugriff auf die lizenzierten Inhalte.
In der ersten Projektphase (2014-2016) wurde dafür ein zweigleisiges Hosting-Konzept entwickelt (www.nathosting.de). Es umfasst einerseits einen bundesweiten Konsortialvertrag mit dem Hosting-Anbieter Portico (www.portico.org), der bereits zum Abschluss gebracht worden ist. Andererseits soll ein „Private LOCKSS Network“ (PLN) aufgebaut werden, dem die an der Universität Stanford entwickelte Software LOCKSS (www.lockss.org) zugrunde liegt. Mit dem PLN werden die von Portico nicht oder nur teilweise abgedeckten Inhalte gesichert. Nach der Bewilligung des Fortsetzungsantrages durch die DFG startet nun für den Zeitraum 2018 bis 2021 die inhaltliche und technische Realisierung des PLN sowie die Entwicklung einer Organisations- und Finanzierungsstruktur für den nachhaltigen Betrieb der Hosting-Lösung.
Projektpartner sind die Bayerische Staatsbibliothek, FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur, die Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg Frankfurt am Main, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), das Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft sowie die Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin sowie die Universitätsbibliothek der FAU Erlangen-Nürnberg.


via https://idw-online.de/de/news693160

Wer beim Quiz verliert, gewinnt beim Lernen

Wer bei einem Wissenstest zunächst Vermutungen äußert, was die richtigen Antworten sein könnten, kann sich das abgefragte Wissen anschließend besser einprägen. Insbesondere wenn sich die Vermutungen als falsch herausstellen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) und der University of California, Berkeley, die jetzt im Fachmagazin Learning and Instruction veröffentlicht worden ist. Wie die Forscherinnen und Forscher zeigen, ist es wohl das Überraschungsmoment, wenn die eigenen Vorhersagen nicht eintreffen, das für den größeren Lernerfolg verantwortlich ist. 

via https://idw-online.de/de/news693155

Open Access und Transparenz im wissenschaftlichen Publikationswesen / Jasmin Schmitz in: Open Password 26.04.2018

Die Initiative FAIR Open Access Alliance (FOAA) [1] möchte das wissenschaftliche Publikationswesen auf eine andere Grundlage stellen und hat dazu fünf Prinzipien formuliert.
Open Access – was einst als Bewegung begann, um den Zugang zu wissenschaftlicher Literatur zu verbessern – ist mittlerweile zu einem Geschäftsmodell für Verlage geworden. Das führte zu Problemen wie die teilweise als sehr hoch empfundenen Publikationsgebühren oder hybride Zeitschriften und der damit aufgekommene Verdacht, dass durch Publikationsgebühren generierte Einnahmen nur unzureichend mit den Subskriptionsgebühren verrechnet werden (Double Dipping). Das Subskriptionsmodell sorgt zudem mit jährlichen Preissteigerungen und intransparenten „Big Deals“ für zusätzlichen Unmut in der Bibliothekswelt und bei Wissenschaftlern.
Bei der Allianz handelt es sich um einen Zusammenschluss von Organisationen wie LingOA, MathOA, PsyOA, Open Library of Humanities und Center for Open Science. Die Fair Open Access Principles lassen sich wie folgt zusammenfassen:
1)      Eine wissenschaftliche Zeitschrift hat eine faire Eigentümerstruktur, die jeweilige wissenschaftliche Community zeichnet für die Zeitschrift verantwortlich. FOAA spricht sich dafür aus, dass wissenschaftliche Zeitschriften in die Hände der wissenschaftlichen Communities gelegt werden und idealerweise im Besitz von Non-Profit-Organisationen oder Fachgesellschaften sind. Verlage sollten sich ausschließlich auf das Erbringen der Publikationsdienstleistung konzentrieren und keinerlei inhaltlichen Einfluss nehmen. Dies würde den Wettbewerb zwischen den Verlagen wiederherstellen. Rechtsstreitigkeiten zwischen Herausgebern und Verlagen darüber, wem die Zeitschrift gehört, würden hinfällig. Zeitschriften im Verlagsbesitz können jederzeit ihr Geschäftsmodell ändern, was als problematisch gesehen wird. Zeitschriften, die sich im Besitz der wissenschaftlichen Community befinden, erlauben ihre stärkere Einbeziehung in strategische und inhaltliche Belange.
2)      Autoren behalten die Nutzungsrechte. Im Idealfall sollten auch die Gutachter die Rechte an ihren Peer-Review-Berichten behalten. Die Beteiligten sollten grundsätzlich nicht von der Nutzung ihrer eigenen Arbeit ausgeschlossen werden.
3)      Die publizierten Artikel sind frei verfügbar, nachnutzbar und werden mit einer Open-Content-Lizenz versehen. Diskussionen über den Grünen und Goldenen Weg des Open Access würden so überflüssig. FOAA empfiehlt die CC-BY-Lizenz oder eine vergleichbare Lizenzierung, die umfangreiche Nutzungsmöglichkeiten einräumt.
4)      Die Möglichkeit zur Einreichung und Veröffentlichung von Artikeln ist nicht abhängig von der Zahlung einer Gebühr durch Autoren oder deren Einrichtungen noch von einer Mitgliedschaft. Gebühren sollten nicht von den Autoren oder ihren Einrichtungen gezahlt werden. Die Finanzierung der Zeitschrift sollte grundsätzlich auf eine andere Grundlage gestellt werden, z.B. durch einen Zusammenschluss von Institutionen wie Universitäten oder durch die Übernahme der Finanzierung seitens der Forschungsförderung. FOAA schlägt vor, dass diese Beiträge in einen Fonds statt direkt an die Verlage gezahlt werden. Durch die Umstellung der Finanzierung könnte Predatory Journals die Grundlage für ihr zweifelhaftes Geschäftsgebaren entzogen werden.
5)      Gebühren, die an Verlage gezahlt werden, sind möglichst niedrig und transparent zu gestalten und sollten in einem angemessenen Verhältnis zur erbrachten Leistung stehen. FOAA hält Gebühren für das Erbringen von Publikationsdienstleistungen in Höhe von 0-500 US-Dollar für gerechtfertigt. In Disziplinen, in denen umfangreiche Satzarbeiten und Korrekturen durchgeführt werden müssen, seien Gebühren von maximal 1.000 US-Dollar tolerabel.
Diese Prinzipien, würden sie umgesetzt, führen zu einer Entkoppelung des Besitzes einer Zeitschrift und der Zuständigkeit für ihre Inhalte einerseits und des Erbringens von Publikationsdienstleistungen für diese Zeitschrift andererseits. Ersteres läge in den Händen von Non-Profit-Einrichtungen oder Fachgesellschaften, letzteres bliebe bei den Verlagen, die als Dienstleister beauftragt würden. Die Artikel sollten nach der Maßgabe des Open-Access-Prinzips frei verfügbar sein.
Die angestrebten weitreichenden Veränderungen sind aus Sicht der FOAA notwendig, weil die gegenwärtige Praxis viel zu ineffizient sei. Bibliotheken wie Autoren finanzierten teilweise die problematischen Systeme der Verlage mit (z.B. zur Aufrechterhaltung eine Paywall oder den Vertrieb). Zudem sei ein dysfunktionaler Markt entstanden, auf dem Verlage nicht miteinander konkurrieren, weil sie das Monopol an einzelnen Zeitschriften haben. Bibliotheken könnten sich damit nicht einfach an einen anderen Anbieter wenden, um eine bestimmte Zeitschrift zu beziehen. Das Subskriptionssystem lasse Kosten von bis zu 5.000 US-Dollar pro Artikel entstehen. Ein „Switch“ zu Open Access und die Einführung veränderter Zuständigkeiten würde zu bedeutenden Einsparungen führen. Diese Gelder seien nach Ansicht der FOAA-Initiatoren besser in Projekten angelegt, die die Zugänglichkeit und Auffindbarkeit wissenschaftlicher Literatur verbessern.
Nach Ansicht der Allianz sollten bestehende Zeitschriften im Idealfall zu der im Prinzip 1) beschriebenen Struktur wechseln und nicht neu gegründet werden, weil sonst keine Entlastung für das Budget der Bibliotheken erreicht würde (da die Zeitschriften im Verlagsbesitz weiterhin abonniert werden müssten). Zudem ließe sich das Prestige einer Zeitschrift auf diese Weise „vererben“, indem das Editorial Board die Veränderung mitträgt oder sogar anstößt.
FOAA hält an der Grundidee fest, dass wissenschaftliche Ergebnisse in Zeitschriften publiziert werden. Eine Zeitschrift sei als Referenzpunkt wichtig, unter anderem um aufzuzeigen, welche Artikelversion die gültige ist, und um die Sichtbarkeit und Auffindbarkeit einer wissenschaftlichen Publikation zu garantieren.
[1] FAIR Open Access Alliance: https://fairoa.org/

LoC Blog: Joseph Holt Papers online

The papers of Joseph Holt (1807–94), now available online, document his career as a lawyer, commissioner of patents, United States postmaster general, secretary of war and judge advocate general of the United States Army. ... [mehr] https://blogs.loc.gov/loc/2018/04/new-online-joseph-holt-papers/

iX-Live-Webinar "DSGVO: Schutz vor Abmahnung und Bußgeldern"

Das iX-Live-Webinar "DSGVO: Schutz vor Abmahnung und Bußgeldern" gibt einen Überblick über die wichtigsten Regelungen der DSGVO und liefert praktische Handreichungen zur Umsetzung. Der Referent, Heise-Justiziar Joerg Heidrich, ist Fachanwalt für IT-Recht und zertifizierter Datenschutzbeauftragter. Er erläutert unter anderem, worauf es bei einer rechtssicheren Datenschutzerklärung ankommt, was beim E-Mail-Marketing zu beachten ist, wie man eine gültige Einwilligung einholt, welche Informationspflichten bestehen, was sich bei der Auftragsdatenverarbeitung ändert und welche neuen Meldepflichten die DSGVO einführt.
Das Webinar am 15. Mai 2018 richtet sich an Verantwortliche für Datenschutz und IT-Sicherheit, Marketing- und Website-Verantwortliche, Sicherheits- und Datenschutzexperten sowie externe und interne Datenschutzbeauftragte. Die Teilnahme kostet 99 Euro. Es besteht die Möglichkeit, Fragen zu stellen.
 via  https://heise.de/-4031502

Offener Brief: Bündnis warnt vor Einführung eines EU-Leistungsschutzrechts

Mehr als 50 Institutionen, zu denen Vereinigungen von europäischen öffentlichen Einrichtungen, Unternehmen und Start-ups, Journalisten und Bibliotheken, Presseverlage und zivilgesellschaftliche Organisationen zählen, warnen in einem offenen Brief vor der Einführung eines europäischen Leistungsschutzrechts für Verlage und Nachrichtenagenturen. Bevor in den kommenden Wochen und Monaten die Verhandlungen über ein europäisches Leistungsschutzrecht in die entscheidende Phase gehen, appellieren die Unterzeichner u.a. an den EU-Abgeordneten Axel Voss, den betreffenden Art. 11 aus dem Gesetzentwurf zu streichen und stattdessen eine rechtliche Vermutungsregel näher in Betracht zu ziehen. ... [mehr] http://www.urheberrecht.org/news/6047/

Wird es dieses Jahr keinen Literaturnobelpreis geben?

Nur sieben Mal wurde der Literaturnobelpreis bisher nicht vergeben, zuletzt zwischen 1940 und 1943. Nun könnte die Vergabe 2018 wegen des Belästigungs- und Korruptionsskandals im Gremium um ein Jahr verschoben werden. ... [mehr] http://www.spiegel.de/kultur/literatur/schwedische-medien-verzicht-auf-literaturnobelpreis-2018-in-diskussion-a-1204826.html