Montag, 26. Juni 2017

HRK-Präsident zur Urheberrechtsreform: Kompromisslos für Digitalisierung

Pressemitteilung vom 23.06.2017

„Wenn die Abgeordneten die Digitalisierung in Deutschland ernsthaft voranbringen und die
deutsche Wissenschaft fördern wollen, dürfen sie die roten Linien der Hochschulen nicht
überschreiten“, so der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Prof. Dr. Horst Hippler angesichts der für die kommende Woche geplanten Verabschiedung des Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetzes. „Ich bitte sie noch einmal nachdrücklich, das Gesetz in der von der Regierung eingebrachten Fassung zu verabschieden.“


Für die Hochschulen gebe es bei dem Gesetzentwurf zwei rote Linien, sagte Hippler.
Zum einen müsse die erlaubnisfreie Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke für die
akademische Lehre in angemessener Höhe pauschal abgegolten werden. „Das ist die einzig denkbare Regelung, die der Dynamik der akademischen Lehre entspricht. Eine Erfassung jeder einzelnen Nutzung ist im Lehrbetrieb der Hochschulen nicht realisierbar.“


Zum anderen sei der explizite Vorrang der geplanten Schrankenregelungen vor vertraglichen Regelungen unverzichtbar. Dieser sorge dafür, dass Hochschulen nicht erst aufwändig prüfen müssten, ob ein angemessenes Angebot eines Verlages vorliege, bevor sie bereits lizenzierte Materialien nutzen. „Die Pauschalvergütung würde entwertet, wenn eine Einzelfallprüfung von Verlagsangeboten vorgeschaltet werden müsste“, so der HRK-Präsident.


Er appellierte an die Abgeordneten „Ermöglichen Sie den Studierenden, auch im kommenden Wintersemester auf digitale, semesterbegleitende Unterlagen zurückgreifen zu können. Sollte der Bundestag das Gesetz nicht wie geplant verabschieden, werden die Hochschulen aller Voraussicht nach ihre digitalen Angebote für die Lehre abschalten müssen. Dies wäre ein fatales Signal für den Wissenschaftsstandort Deutschland.“

Bitkom-Studie zum Streaming von Filmen und Serien

Drei von zehn deutschen Internetnutzern ab 14 Jahren (29 Prozent) schauen Spielfilme und Serien über kostenpflichtige On-Demand-Portale wie Amazon Prime Video, Apple iTunes oder Google Play. Das hat eine Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom ergeben. Im Vorjahr waren es 25 Prozent. ... [mehr] https://www.boersenblatt.net/artikel-bitkom-studie_zum_streaming_von_filmen_und_serien.1344571.html

Open Access auf dem Bibliothekartag 2017

Eine Vielzahl an Sessions und Vorträgen war beim Bibliothekartag 2017 dem Thema Open Access gewidmet. Dies zeigt, wie sehr das Thema inzwischen im Arbeitsalltag von Bibliotheken angekommen ist. Der Blogpost gibt einen Überblick über die Beiträge zu Open Access. ... [weiter] https://www.zbw-mediatalk.eu/2017/06/open-access-auf-dem-bibliothekartag-2017-vom-grosen-deal-bis-zur-alltaglichen-arbeitsebene/

Einsteins Briefe für 190.000 Euro versteigert

Briefe des deutsch-amerikanischen Physikers Albert Einstein (1879 - 1955) sind in Israel für umgerechnet rund 190 000 Euro versteigert worden. Das Auktionshaus Winner’s in Jerusalem veröffentlichte die acht verkauften Briefe des weltberühmten Wissenschaftsgenies auf seiner Webseite. Die meisten der Schreiben aus den Jahren 1951 bis 1954 sind an den US-Physiker David Bohm gerichtet und beschäftigen sich unter anderem mit der Frage der göttlichen Schöpfung und der Situation in Israel. 

Einen der mit Schreibmaschine geschriebenen und handsignierten Briefe an Bohm hat der israelische Illusionist Uri Geller (70) gekauft. Bohm habe 1973 an einer Londoner Universität Gellers „paranormale“ Fähigkeiten wissenschaftlich getestet. Einstein riet Bohm in dem Brief davon ab, in den jüdischen Staat zu kommen: „Israel ist intellektuell lebendig und interessant, aber hat nur sehr beschränkte Möglichkeiten.“ Dennoch habe Bohm später am Technion in Haifa unterrichtet. Einstein selbst hatte in den Jahren nach der Staatsgründung 1948 ein Angebot abgelehnt, Israels Staatspräsident zu werden.

Den höchsten Verkaufspreis erzielte bei der Versteigerung am Dienstag mit mehr als 75.000 Euro ein anderer Brief an Bohm, in dem Einstein unter anderem schreibt: „Falls Gott die Welt erschaffen hat, dann war es offenbar nicht seine erste Sorge, uns ihr Verständnis leicht zu machen.“ Doch er schreibt an anderer Stelle auch über alltäglichere Themen: „Was mich am meisten beeindruckt hat, war die Instabilität Ihres Bauches, ein Problem, mit dem ich selbst viel Erfahrung habe.“

via dpa

Ausschreibung "Freier Informationsfluss in der Wissenschaft - Open Access"

Mit der Digitalen Agenda 2014 – 2017 sowie ihrer Open Access (OA) Strategie will die Bundesregierung den ungehinderten Informationsfluss in der Wissenschaft verbessern. Im Zuge dessen fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung in seiner aktuellen Ausschreibung Konzepte, die sich Herausforderungen in diesem Zusammenhang widmen bzw. die Verbreitung von OA stärken. Staatliche und private Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft sowie Stiftungen und Vereine können in den folgenden Themenbereichen Einzel- bzw. Verbundvorhaben beantragen:
(i) Ansätze zur Verbesserung der Schaffung, Nutzung, Handhabung, Verbreitung und Sichtbarkeit von Open Access Publikationen, 
(ii) theoretische und praktische Auseinandersetzungen mit frei im Internet zugänglicher Literatur sowie
(iii) Vorhaben die in einem weiteren inhaltlichen Kontext von Open Access angesiedelt sind. Die maximale Fördersumme für bis zu 2jährige Projekte beläuft sich auf 300 000 €, wobei entsprechende Anträge (inkl. Vorhabenbeschreibungen in schriftlicher und digitaler Form) noch bis zum 31. Juli 2017 bei Projektträger VDI/ VDE Innovation + Technik GmbH eingereicht werden können. 

Mehr Informationen zur Ausschreibung gibt es unter https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-1369.html

Archiv des Leipziger Bibliophilen-Abends geht an das Deutsche Buch- und Schriftmuseum der DNB

Der Leipziger Bibliophilen-Abend übergibt dem Deutschen Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek über 100 Jahre nach seiner Erstgründung 1904 sein historisches Archiv. Die Schenkung bereichert die Sammlung Archivalien und Dokumente zur Buchgeschichte des Deutschen Buch- und Schriftmuseums und schafft eine weitere Quellenbasis für die wissenschaftliche Erforschung der Buchgeschichte und der Bibliophilie als Kulturgeschichte. 

1904 wurde der Leipziger Bibliophilen-Abend als erste bibliophile Vereinigung Deutschlands gegründet und bestand bis 1933. Nach der im Jahr 1991 erfolgten Wiedergründung konnte der Bibliophiel-Abend - aufbauend auf die Erträge 35 Jahre reger und ergebnisreicher Arbeit unter dem Dach der Pirckheimer-Gesellschaft - bald alten Rang und Wert zurückgewinnen. Der Leipziger Bibliophilen-Abend wirkt namentlich durch seine vielfach ausgezeichneten bibliophilen Editionen weit über lokale Grenzen hinaus. 

Das Archiv enthält die seit 1904 herausgegebenen über 300 Drucke sowie umfangreiches Schriftgut zur Geschichte des Vereins im kulturellen und sozialgeschichtlichen Umfeld Leipzigs im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts, Recherchen zu seinen ehemaligen Mitgliedern sowie lückenlose Unterlagen zur Tätigkeit des Vereins seit Wiedergründung 1991. 

Im Deutschen Buch- und Schriftmuseum reiht sich das Archiv des Leipziger Bibliophilen-Abends in die Archive weiterer Bibliophilengesellschaften in Deutschland ein, die ihre Archive in den letzten Jahren ebenfalls dem Museum anvertraut haben. Vor allem die Gesellschaft der Bibliophilen (gegründet 1899) und die Maximilian-Gesellschaft für alte und neue Buchkunst (gegründet 1911) haben reichhaltiges Material zur Buchgeschichte auf diese Weise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Reform des Urheberrechts weiter in der Schwebe

Eine Vereinfachung des Urheberrechts für die Wissenschaft wird offenbar in dieser Legislaturperiode nicht mehr verabschiedet. Auf der vorläufigen Tagesordnung der kommenden Sitzungswoche des Bundestags, die die letzte vor der Bundestagswahl ist, taucht das Thema auf jedenfalls nicht mehr auf. Eigentlich sollte die Reform des Urheberrechts nächste Woche verabschiedet werden. ... http://www.tagesspiegel.de/wissen/streit-um-regeln-fuer-die-wissenschaft-reform-des-urheberrechts-weiter-in-der-schwebe/19973734.html